Pauls Corner...

Paul Hüther
Sempé

Das größte Verdienst von Jean-Jacques Sempé, dem großen französischen Karikaturisten, besteht darin, dass er es als einziger geschafft hat, Melancholie darzustellen. Der Satz ist kurz, doch so ist es. Melancholie besitzt Sempé, daran besteht kein Zweifel, doch er bildet sie in seinen Zeichnungen ab, trägt sie weiter, versucht anderen Lesern Einblicke in dieselbe zu verschaffen. Er spielt sie geschickt aus und macht sie damit für andere zugänglich.
Sempé kennt sich in seinem Fach aus, er weiß geeignete Stilmittel, z. B. das Wetter, Hunde, schwarze Katzen und unheilvolle Umgebungen wie das Büro eines Vorgesetzten, für die Übertragung aller wichtigen Gefühle – diese Gefühle sind das Wichtigste bei seinen Cartoons und Zeichnungen, und nicht nur bei seinen: Für jeden Cartoon ist eine bestimmte Grundstimmung wichtig, leider setzen manche Cartoonisten dieses Mittel selten, zu selten, ein. So geschieht es bei manchen Zeichnern, dass die Cartoons plakativ und fern von der Wirklichkeit sind. Nach vielen Jahren als Zeichner weiß Sempé eben, was gut ist... Lesen Sie hier weiter...

Schnee

Es schneite – gut, das kam im Winter nicht selten vor, aber Tim empfand es als ein kleines Wunder, das nur er ganz alleine wahrnahm. Tim war kaum ein Jahr alt und erlebte gerade seinen ersten Winter.

Er war überrascht von diesem flächendeckenden Weiß – es verdeckte alles an das sich Tim (bis heute) erinnern konnte. Auch das hässliche graue Auto, das immer am Ende der Straße stand, war verdeckt. Wenn Tim gewusst hätte, dass man Gott danken konnte, er hätte es getan.

Nur eine Sache störte Tim bei der Tätigkeit, sich dem fallenden Schnee hinzugeben – der alte Nachbar gegenüber fegte den Gehsteig. Der langweilige graue Bürgersteig wurde wieder sichtbar, und Tim versuchte seinen Eltern mitzuteilen, dass man irgendetwas dagegen tun müsse, doch die waren mal wieder ganz entzückt von seinem kindlichen Geschrei. Mit deren Hilfe war also nicht zu rechnen. Er versuchte, den Nachbarn von seiner, so schien es Tim, Straftat abzubringen, doch der Nachbar schüttelte bereits vor seiner Haustür unter dem Eingangsdach den Schnee von seinem Mantel und ging ins Treppenhaus.

Mindestens drei Stunden vergingen, in denen Tim erleichtert feststellte, dass der Bürgersteig wieder weiß wurde. Langsam wurde es dunkel und Tims Mutter brachte ihren Sohn ins Bett. Noch eine kurze Zeit lang betrachtete Tim die weiße Pracht des Schnees durch sein Fenster und schlief langsam ein, während der Schnee beständig weiter fiel.

Es wurde ruhig... ...........................................................................Paul Hüther, 2009

Paul verstopft sich gern das Ohr
Kommt ihm etwas Spanisch vor
Wenn er ablehnt, was er hört
Weil's nicht Herz noch Hirn betört
Wählt er Generaldurchzug
Auch fürs Auge. Das ist klug
Paul Hüther, Cartoons
Here comes the sun...?!

da oben... wohnt Paul
Wie immer nicht faul
Zeigt er mit dem Stift
Was uns alle betrifft

Was will er uns sagen
Vielleicht eher fragen
Leis, doch sehr bedacht
Was habt Ihr gemacht?

Mit unserem Morgen
Ihr durftet es borgen
Jedoch nie verprassen
Und Dunkelheit lassen
... da unten

There goes the sun...?!
KlickTipps (Publica)
Paul Hüther, Gymnasiast und Cartoonist, Wiesbaden